Wie funktionieren ChatGPT Ads in Deutschland?
ChatGPT Ads erstellen: Anleitung in vier Schritten
Anzeigen texten und Bild wählen
Conversions messen mit OpenAI Pixel und Conversions API
Unser Setup: So wirbt pan pan selbst in ChatGPT
So setzt du deine erste Kampagne richtig auf
Aktualisiert am 05.11.2026


Das Wichtigste in Kürze
Werbung in ChatGPT buchst du seit dem 31. August 2026 im Self Service. Werbetreibende aus Deutschland legen ihre Kampagnen selbst im OpenAI Ads Manager Beta unter ads.openai.com an. Über den Erfolg entscheidet weniger das Gebot als die Anzeigengruppe. Sie braucht ein klar umrissenes Kundenproblem, ausformulierte Kontexthinweise und eine Landingpage, die genau dieses Problem löst. Starte mit dem Ziel „Klicks“, bau das OpenAI Pixel trotzdem von Anfang an ein und prüfe vor dem Launch, ob der OpenAI-Crawler deine Zielseite erreicht.
Auf einen Blick
Ohne Verifizierung läuft nichts. OpenAI verlangt für den Ads Manager eine Unternehmensverifizierung. Danach hinterlegst du Abrechnung und Zahlungsmethode. Im Werbekonto legst du einen Namen und ein Favicon fest, beides taucht später in der Anzeige auf.
Vor der ersten Kampagne solltest du diese Punkte erledigt haben:
Agenturen können die Kampagnen ihrer Kunden direkt in der Plattform betreuen. Wer große Budgets plant, kann statt des Self Service auch mit dem Ads Solutions Team von OpenAI arbeiten.
Keywords gibt es nicht. Das Targeting ist kontextuell: ChatGPT liest das laufende Gespräch und gleicht es mit deiner Anzeigengruppe ab, also mit Kontexthinweisen, Titel, Anzeigentext und Landingpage. Passt das zusammen, erscheint deine Anzeige als gekennzeichnete Karte unter der Antwort. Die KI-Antwort selbst kannst du nicht kaufen. Selbst einstellen kannst du nur das Zielland und optional die Plattform.
Bevor du budgetierst, solltest du zwei Einschränkungen kennen. Anzeigen sehen nur Nutzer der Tarife Free und Go. Wer mit Plus, Team oder Enterprise arbeitet, bekommt keine Werbung. Im B2B fallen damit viele Entscheider mit Firmenlizenz raus. Du erreichst eher Gründer, Selbstständige und Mitarbeitende kleinerer Händler.
Die zweite Einschränkung: Einen Suchbegriffsbericht gibt es nicht. Du siehst Impressionen, Klicks, CTR, Kosten und Conversions, aber nicht, in welchen Gesprächen die Anzeige lief. Jede Gruppe ist deshalb eine Hypothese, die du über ihre Landingpage und deine Lead-Qualität bewertest.
Wie zuverlässig das Matching ist, zeigt eine Auswertung von SE Ranking mit mehr als 50.000 kommerziellen Prompts. Rund jeder vierte Prompt löste eine Anzeige aus. Etwa jede siebte Anzeige hatte inhaltlich nichts mit dem Prompt zu tun. Eine bezahlte Anzeige führte zudem praktisch nie dazu, dass die Marke in der Antwort selbst genannt wurde. Je klarer deine Gruppe beschreibt, wofür sie da ist, desto weniger Spielraum lässt du für Fehlzuordnungen.
Die drei Ebenen Kampagne, Anzeigengruppe und Anzeige kennst du aus Google Ads. Die Logik dahinter ist eine andere.
Im Ads Manager klickst du auf „Create“ und dann „Create campaign“. Pflichtfelder sind Name, Ziel, Budget, Start- und Enddatum sowie die Zielländer. Optional legst du Plattformen fest. Beim Ziel wählst du zwischen drei Optionen:
Wir empfehlen zum Start Klicks. Bei Reichweite zahlst du in der Lernphase auch für Einblendungen unter Antworten, die nicht zu deinem Angebot passen. Für Conversions fehlen am Anfang die Daten. Das Ziel lässt sich nach dem Anlegen nicht mehr ändern. Wer später auf Conversions umsteigen will, legt eine neue Kampagne an.

Jede Gruppe bekommt einen Namen, ein Maximalgebot und ihre Kontexthinweise. Als Faustregel gilt: eine Gruppe pro Kundenproblem, eine Landingpage pro Gruppe. Braucht ein Thema andere Argumente oder eine andere Zielseite, gehört es in eine eigene Gruppe.

Eine Anzeige besteht aus Markenname, Logo, Titel, Text, Landingpage und Bild. Leg pro Gruppe zwei bis vier Varianten an. Ändere jeweils nur ein Element, sonst weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat.

OpenAI prüft jede Anzeige samt Landingpage gegen die Werberichtlinien, bevor sie live geht. Danach setzt du Kampagne, Gruppen und Anzeigen auf „Active“. Innerhalb von 24 Stunden sollten Impressionen und Klicks kommen. Die Kosten erscheinen mit einigen Stunden Verzögerung. Ein Spend von null heißt also nicht, dass nichts abgerechnet wurde.
Bei vielen Gruppen geht der Bulk-Upload schneller. Die Vorlage findest du unter „Create“ und „Upload bulk“. Kontexthinweise trägst du dort als JSON-Array ein, Tabs und Spaltenköpfe bleiben unverändert.
| Element | Vorgabe | Empfehlung von OpenAI | Unsere Praxis |
|---|---|---|---|
| Titel | maximal 50 Zeichen | 16 bis 24 Zeichen | Problem im Titel nennen, z. B. „Google Ads CAC senken“ |
| Anzeigentext | maximal 100 Zeichen | 32 bis 48 Zeichen | Ein konkreter Nutzen, kein Claim |
| Bild | quadratisch, 640 × 640 bis 1200 × 1200 px | PNG oder JPG | Logo statt Motiv |
| Landingpage | gültig und erreichbar | nicht für OpenAI-Crawler gesperrt | Unterseite zum Problem, nie die Startseite |
Du zahlst per Auktion. Bei Klicks setzt du ein maximales CPC-Gebot, bei Reichweite ein maximales CPM-Gebot. Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht.
Das Tagesbudget ist kein Deckel, sondern ein Durchschnitt über sieben Tage. An einzelnen Tagen kann die Kampagne deshalb deutlich mehr ausgeben, im Wochenschnitt bleibt sie im Rahmen. Wer mit 15 € pro Tag plant, sollte also mit Tagen um 30 € rechnen. Laut Praxisberichten aus Deutschland liegt das Mindestbudget bei 15 € pro Tag.
Unsere Empfehlung: Plane das Budget pro Gruppe, nicht pro Kampagne. Eine Gruppe, die über Wochen nur ein paar Klicks bekommt, liefert dir keine belastbare Aussage. Lass einen Test mindestens zwei bis drei Wochen laufen, bevor du Gruppen abschaltest. Die CPCs schwanken dabei stark nach Zielgruppe. Grundsätzlich gilt: Je spitzer, desto teurer.
Kontexthinweise (im englischen Ads Manager „Context Hints“) sind kurze Beschreibungen, wann dein Angebot in einem Gespräch hilft. Ein Hinweis, eine Idee. OpenAI empfiehlt, drei Fragen zu beantworten: Was bietest du an, wem hilft es und in welcher Situation?
Ein schwacher Hinweis ist „Google Ads Agentur“. Ein starker Hinweis ist „Shopify- und Shopware-Händler, die Fehler im Merchant Center und in ihren Shopping-Feeds beheben müssen“. Der zweite beschreibt ein Problem, das jemand tatsächlich in ChatGPT eintippt. Dass er dabei nicht exakt diese Worte benutzt, spielt keine Rolle.
Kontexthinweise schließen nichts aus. OpenAI sagt ausdrücklich, dass sie keine Ausspielungsregeln sind. Ausschlüsse, Zeitpläne und geografische Grenzen lassen sich darüber nicht erzwingen. Ein Zusatz wie „nicht für Privatkunden“ bringt also nichts. Beschreib die Zielgruppe stattdessen so genau, dass private Gespräche nicht dazu passen. Zielland und Plattform stellst du in der Kampagne ein.
Zum Start solltest du nicht mehr als zwei bis drei Kontexthinweise pro Anzeigengruppe gegeneinander testen. Lieber mit wenig starten und dafür aussagekräftigere Daten erhalten. Auch ohne Conversions kannst du in GA4 Absprungraten und Sitzungsdauern vergleichen.
Die Anzeige steht unter einer Antwort, der der Nutzer gerade vertraut. Werbesprache wirkt dort wie ein Fremdkörper. Schreib so, wie du im Erstgespräch reden würdest: Problem benennen, einen Grund zum Klicken liefern, fertig.
Beim Bild haben wir uns gegen Motive entschieden. Am Desktop zeigt ChatGPT nur ein sehr kleines Bild. Dashboards, Screenshots oder Menschen sind darin nicht zu erkennen. Wir nutzen deshalb unser Logo. Das bleibt auch klein lesbar und stärkt die Marke neben Name und Favicon.
Ohne Conversion-Tracking bleibt ChatGPT ein Klickkanal. Seit Mai 2026 bietet OpenAI zwei Wege. Das OpenAI Pixel ist ein JavaScript-Tag auf deiner Website, die Conversions API arbeitet serverseitig. Beide melden Aktionen nach dem Klick zurück, etwa Käufe, Leads oder Anmeldungen.
Bau das Pixel vor dem Start ein, auch wenn du mit dem Ziel Klicks beginnst. Für eine spätere Conversion-Kampagne brauchst du Ereignisse, die bereits Daten liefern. Wer erst nach drei Wochen ans Tracking denkt, verliert genau diese drei Wochen.
Zwei Punkte gehen in Deutschland oft unter:
Die Zahlen im Ads Manager weichen erfahrungsgemäß von GA4 ab. Bewerte den Kanal deshalb nicht nur über die Conversions im Ads Manager. Entscheidend sind die Anfragen, die tatsächlich in deinem CRM ankommen.
Wir schalten und testen seit September 2026 eigene ChatGPT Ads, um Händler und E-Commerce-Verantwortliche in der DACH-Region zu erreichen. Die Struktur folgt einer Regel: Jede Gruppe steht für genau ein Problem, das wir lösen, und führt auf die Seite, die dieses Problem behandelt.
| Anzeigengruppe | Kundenproblem | Beispiel-Kontexthinweis | Landingpage |
|---|---|---|---|
| SEA-Effizienz und Shopping | Feed-Fehler, unrentable PMax-Kampagnen | E-Commerce-Entscheider, die Google Ads nach Deckungsbeitrag statt nach Umsatz-ROAS steuern möchten | Produkt-Feed-Audit |
| E-Commerce-SEO und Technik | Crawling-Probleme, Einbruch nach Relaunch | D2C-Marken, die organischen Umsatzverlust nach einem Shop-Relaunch beheben müssen | Relaunch-Beratung |
| Search und GEO | Sichtbarkeit in KI-Suchen | Marketingleiter, die ihre Marke auf KI-Suchen wie Google AI Mode und ChatGPT vorbereiten wollen | AI-Audit |
Packt man Feed-Bereinigung, Tech-SEO und DB3-Steuerung zusammen, kann das System die Anzeige keinem konkreten Problem mehr zuordnen. Die Relevanz sinkt, und Wettbewerber mit schärferen Gruppen gewinnen die Auktion. Zu klein darf es auch nicht werden. Gruppen nach dem Prinzip „ein Keyword, eine Gruppe“ bekommen in ChatGPT kaum Auslieferung, weil zu wenige Gespräche genau dazu passen.
Unser Plan für die Testphase:
Der häufigste Fehler ist unsichtbar. OpenAI prüft Landingpages vor und während der Kampagne. Blockieren robots.txt, Cloudflare oder ein Bot-Management die Crawler von OpenAI, steht die Anzeige auf „Not Serving“, ohne dass dir jemand einen Grund nennt. Gib die User-Agents vor dem Launch frei und teste die Zielseite.
Weitere Fehler, die wir in der Praxis sehen:
Und ein strategischer Fehler: ChatGPT Ads als Abkürzung in die KI-Antwort zu sehen. Wie oben beschrieben, bringt die Anzeige deine Marke praktisch nie in die Antwort selbst. Dafür bleibt GEO zuständig.
Ja. Bis Ende August lief die Buchung in Europa nur über OpenAI und Partneragenturen, seitdem ist der Self Service offen. Agenturen können Kunden-Konten direkt im Ads Manager betreuen.
Nutzer der Tarife Free und Go, ausgespielt nach dem Gesprächskontext statt nach Demografie. Werbetreibende sehen dabei keine privaten Unterhaltungen.
Mindestens zwei bis drei Wochen. Vorher reichen die Klicks pro Gruppe selten für eine belastbare Entscheidung.
Nein. ChatGPT erreicht Menschen in der Recherchephase, Google weiterhin bei der konkreten Suche und im Shopping. Für Shops ist ChatGPT ein zusätzlicher Werbekanal, der Budget aus dem Upper Funnel bekommt.
Ja, seit September 2026 über die ChatGPT-Ads-App im Shopify App Store. Sie nutzt deinen Produktkatalog.
Eine Kampagne im Ads Manager anzulegen ist schnell erledigt. Ob sie funktioniert, entscheidet die Vorarbeit: eine Gruppe pro Kundenproblem, präzise Kontexthinweise, eine passende Landingpage und ein Pixel, das vom ersten Tag an misst.
Behandle ChatGPT Ads als Test mit klarer Hypothese. Nach drei Wochen siehst du, welche Gruppen Auslieferung bekommen und welche Anfragen sie bringen. Erst dann lohnt sich mehr Budget oder der Wechsel auf das Ziel Conversions.
Google Ads ersetzt der Kanal nicht. ChatGPT erreicht Menschen früher in der Recherche, und genau dort solltest du ihn auch bewerten: an der Qualität der Anfragen, nicht am ROAS der ersten Wochen.


